Lehrlingswettbewerb 2026

Die diesjährige Aufgabenstellung für alle Teilnehmenden bestand darin, einen würfelförmigen Blumentopf aus Aluminium künstlerisch zu gestalten. Diese Objekte können wahlweise auch als Beistellhocker genutzt werden und wurden von der Firma Paul Gisler AG in Cham eigens für den Wettbewerb mit lernenden produziert. Das Motto lautete in diesem Jahr „Musik“ und inspirierte die Nachwuchstalente dazu, eine eindrückliche Palette ihrer künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dadurch vermittelten sie den Besuchern und der Jury eindrücklich die Fülle an Techniken und Verfahren, welche junge Berufsleute während ihrer Ausbildungszeit in der Malerbranche kennen- und beherrschen lernen. "Ein besonderer Vorteil dieses Kreativwettbewerbs ist es, dass unsere Lernenden auch diejenigen Techniken anwenden und zeigen können, die im späteren Berufsleben zumeist nur selten in Auftrag gegeben und verwendet werden", erklärt Benjamin Zehnder, Präsident des Innerschweizerischen Malerunternehmer-verbands (IMV) und Mitinhaber eines Malergeschäfts in Einsiedeln. Viele der Kunstwerke sind zudem unter Betreuung durch ältere Lernende entstanden, denn der IMV legt auch Wert auf die gegenseitige Befähigung und die Vermittlung von Fachkompetenzen unter Berufsleuten, statt nur auf Frontalunterricht zu setzen. Für die Durchführung des Anlasses ist es unerlässlich, dass die Lernenden von den Ausbildungsverantwortlichen in ihren jeweiligen Firmen Unterstützung erfahren, denn die Werke können keinem Kunden in Rechnung gestellt werden und entstehen im Betrieb – vielfach auch über die reguläre Ausbildungszeit hinaus.

In seiner Ansprache stellte IMV-Präsident Zehnder klar, nach welchen Kriterien die Jury die Werke bewertet und prämiert hat: Im Fokus standen die Sauberkeit und Genauigkeit der Ausführung, eine durchdachte Farbgebung, die inhaltliche Treue zum Motto, der kreative Aufwand und schliesslich der Gesamteindruck, den die Kunstwerke bei den Betrachtern erzielen. Den 1. Platz eroberte das Werk von Alice Odermatt (Stans), gefolgt von jenen von Anja Murer (Erstfeld) auf Platz 2 und Nicholás Sánchez (Adligenswil) auf dem dritten Platz. Im Gegensatz zu früheren Ausgaben hatte sich der IMV im Vorfeld gegen einen hochrangigen externen Referenten entschieden und wollte diesmal bewusst die junge Generation zu Wort kommen lassen. Zu diesem Zweck hatte der Verband Carmen Bircher, Goldmedaillengewinnerin an den Euro Skills, sowie Saskia Camenzind, Bronzemedaillengewinnerin an den Swiss Skills geladen und interviewte sie zu ihren persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Lehrzeit. Die Euro Skills und die Swiss Skills sind zwei langjährige und renommierte Wettbewerbe für angehende Berufsleute in Fachlehren, an denen jeweils auch die Besten des IMV antreten.

IMV-Präsident Zehnder sieht in solchen Veranstaltungen eine ideale Möglichkeit, um nicht nur die Freude und den Berufsstolz der Lernenden anzufeuern, sondern sich als wichtiges Handwerk auch der breiten Öffentlichkeit zu zeigen und weitere Jugendliche zu einer Lehre in der Malerbranche zu bewegen: "Wir zeigen insbesondere mit dieser regionalen Vernissage die Vielseitigkeit sowie jene künstlerischen Seiten unseres Berufs vermitteln, die landläufig zu wenig bekannt sind." Besonders beeindruckt habe ihn die Fähigkeit der diesjährigen Teilnehmer, die eng gehaltene Vorgabe durch das Einheitsobjekt jeweils als individuelle Herausforderung aufzufassen und den Topf mit viel Fantasie und Detailliebe zu einem sehr persönlich gehaltenen Kunstwerk umzuarbeiten. Sein Fazit lautet: „Ein ganz grosses Dankeschön an alle Teilnehmenden – in meinen Augen seid ihr alle Sieger!“